Die Werbefrequenz gibt an, wie oft eine einzelne Person Ihre Anzeige in einem gewählten Zeitraum sieht, und die Rechnung ist eine Zeile: Impressionen geteilt durch Reichweite. Das profitable Band ist enger, als die meisten Konten annehmen. Bei kalten Zielgruppen sammeln 2-3 Kontakte pro Woche den Großteil des Ertrags ein, im Remarketing öffnet sich das Band auf 5-8. Jenseits davon kauft jede weitere Impression denselben Verkauf teurer, und ab einem Punkt fällt der Beitrag auf null und dann ins Minus.
Was ist Werbefrequenz und wie wird sie berechnet?
Die Werbefrequenz ist die durchschnittliche Kontaktzahl pro Nutzer innerhalb eines definierten Zeitfensters. Die Formel lautet: Frequenz = Impressionen / Reichweite. Bei 400.000 Impressionen und 100.000 Reichweite ergibt das eine Frequenz von 4,0. Entscheidend ist das Fenster: 4,0 über die gesamte Laufzeit und 4,0 in den letzten sieben Tagen sind zwei völlig verschiedene Zustände. Lesen Sie die Anzeigenfrequenz immer wöchentlich, denn die gängigen Schwellen sind wöchentlich definiert.
- Impressionen: wie oft die Anzeige ausgeliefert wurde. Dieselbe Person zählt mehrfach.
- Reichweite: die Zahl eindeutiger Personen, die die Anzeige mindestens einmal gesehen haben.
- Frequenz: Impressionen geteilt durch Reichweite, also die durchschnittliche Wiederholung pro Person.
- Effektive Frequenz: die niedrigste Wiederholungszahl, die die Conversion-Wahrscheinlichkeit spürbar hebt.
Wie sieht die Kurve aus Frequenz und Conversions aus?
Die Kurve verläuft nicht linear, sondern mit abnehmendem Grenzertrag. Die erste Impression erzeugt den größten Zusatzeffekt, jede Wiederholung leistet weniger als die vorherige, und irgendwann wird der Beitrag negativ, weil das Budget für dieselbe Person von der Reichweite neuer Personen abgezogen wurde. In der Praxis sehen Sie drei Zonen: Wiedererkennung, Effizienz und Verschwendung. Ihre eigentliche Aufgabe ist es, das Ende der Effizienzzone zu finden.
- 1-2 Kontakte (Wiedererkennung): die Botschaft sitzt noch nicht, die Conversion-Rate ist niedrig, der Zusatzwert am höchsten.
- 3-5 Kontakte (Effizienz): Erinnerung und Kaufabsicht überlagern sich, die Stückkosten sind am besten.
- 6+ Kontakte (Verschwendung): die Klickrate fällt, die Kosten pro Ergebnis steigen, Markenermüdung setzt ein.
Welche Mathematik verbindet Zielgruppengröße und Frequenz?
Frequenz ist kein Verhalten, sondern ein Verhältnis: Ihr Budget geteilt durch Ihre Zielgruppe. Ausgeschrieben: Frequenz = (Budget / CPM x 1000) / Reichweite, wobei CPM die Kosten pro tausend Impressionen sind. Bei fester Zielgruppe verdoppelt doppeltes Budget die Impressionen, und weil die Reichweite sättigt, landet der Überschuss direkt in der Frequenz. Hohe Frequenz ist meist ein Skalierungsproblem, kein Creative-Problem.
Wann setzen Sie ein Frequency Capping und auf welchen Wert?
Ein Frequency Cap begrenzt die maximale Kontaktzahl pro Person in einem Zeitraum. Setzen Sie ihn knapp unter den Punkt, an dem Ihr Grenzbeitrag gegen null läuft. Drei Kontakte pro Woche sind ein vernünftiger Startwert für kalte Zielgruppen, im Remarketing können es bis zu acht sein. Der Haken: diese Einstellung existiert nicht in jedem Kampagnentyp, deshalb müssen Sie die Frequenz dort indirekt steuern.
- Bei Meta: Frequency Cap und Zielfrequenz stehen mit Awareness-Zielen und beim Reservierungskauf (Reichweite und Frequenz) zur Verfügung. Conversion-Auktionskampagnen haben keine feste Obergrenze.
- Bei Google: Display-Kampagnen bieten in den Einstellungen die Frequenzverwaltung mit Limit pro Tag, Woche oder Monat, und nur sichtbare Impressionen zählen darauf ein.
- Wo es kein Capping gibt: Demand Gen und Performance Max haben keine Frequenz-Einstellung. Dort sind Zielgruppenbreite, Ausschlüsse, Budget-Pacing und Creative-Anzahl Ihre Hebel.
- Regel: Cappen Sie gegen Ihre eigene Kurve, nicht gegen Wettbewerber oder Gewohnheit. Ein Cap ist ein Budget-Lenkinstrument, keine Sicherheitsgrenze.
Warum unterscheiden sich die Schwellen bei kalten und Remarketing-Zielgruppen?
Der Unterschied kommt aus der Kaufabsicht. Wer Sie nicht kennt, wird nach der vierten Impression selten durch eine fünfte überzeugt, und die Reizkosten summieren sich schnell. Im Remarketing war die Person bereits auf der Seite, hat ein Produkt gesehen, vielleicht in den Warenkorb gelegt. Die Absicht ist aktiv, Erinnerung wirkt länger, deshalb verdoppelt sich das Band ungefähr. Die Segmentlogik haben wir im Leitfaden zur Remarketing-Strategie ausgeführt: einem Warenkorbabbrecher dieselbe Frequenz zu geben wie einem Startseitenbesucher ist schon vor jeder Zahl falsch.
Frequenz in einem Panel lesen
Ads Sensor führt Meta Ads, Google Ads, TikTok Ads und Criteo zusammen, Impressionen und Reichweite stehen auf einem Bildschirm.
Wie erkennen Sie steigende Frequenz frühzeitig?
Das Frühsignal ist nicht die Frequenz selbst, sondern das Auseinanderlaufen von Impressionen und Reichweite. Wenn Impressionen weiter steigen, während die Reichweite abflacht, klettert die Frequenz rechnerisch, und das sehen Sie Wochen bevor die Leistung bricht. Die Symptome auf der Leistungsseite finden Sie im Beitrag zu den Frühsignalen der Anzeigenermüdung, hier bleibt der Fokus auf der Zahl selbst.
- Ziehen Sie Impressionen und Reichweite der letzten sieben Tage je Kampagne und teilen Sie für die Frequenz.
- Wiederholen Sie dieselbe Rechnung für die sieben Tage davor und bilden Sie die Differenz.
- Prüfen Sie das Reichweitenwachstum in Prozent: bleibt es klar hinter dem Impressionswachstum, steigt die Frequenz.
- Planen Sie den Eingriff vor dem Schwellenwert, solange Klickrate und Kosten pro Ergebnis noch intakt sind.
Zielgruppe erweitern oder Creative erneuern?
Die Entscheidungsregel ist schlicht: Liegt das Problem im Nenner, ändern Sie die Zielgruppe. Fällt das Interesse unabhängig vom Nenner, ändern Sie das Creative. Eine größere Zielgruppe senkt die Frequenz direkt und schnell. Ein neues Creative senkt sie gar nicht, es lässt Sie dieselbe Frequenz länger aushalten. Beide lösen verschiedene Probleme. Für die Creative-Seite legt unser Creative-Testing-Framework das Testdesign Schritt für Schritt aus.
- Hohe Frequenz, flache Reichweite, kleine Zielgruppe: Targeting erweitern oder Lookalike ergänzen.
- Hohe Frequenz, wachsende Reichweite, sinkende Klickrate: Creative erneuern und die Botschaft wechseln.
- Hohe Frequenz, aber ROAS intakt: nicht anfassen, auf die Beobachtungsliste setzen. Hohe Frequenz allein ist kein Problem.
- Niedrige Frequenz, aber schwache Leistung: Frequenz ist nicht Ihr Thema. Prüfen Sie Gebotsstrategie, Creative und Landingpage.
Was leistet Ads Sensor bei der Frequenz-Entscheidung?
Ads Sensor führt Meta Ads, Google Ads, TikTok Ads, Criteo und GA4 in einem Panel zusammen. Impressionen, Reichweite, Klicks und Conversions stehen auf demselben Bildschirm, damit wird die Frequenz je Konto und je Kampagne leicht lesbar. Die KI-gestützte Kampagnenanalyse liest diese Tabelle und liefert priorisierte, begründete Maßnahmen. Die Anomalie-Überwachung rund um die Uhr fängt plötzliche Kosten- und Conversion-Ausschläge ab, ohne dass Sie hinsehen. Umgesetzte Empfehlungen bekommen automatisch ein Vorher-Nachher-Tracking. Die Frequenz wird nicht automatisch für Sie gesteuert, die Entscheidung bleibt bei Ihnen. Die Beta-Anmeldung ist offen.